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Du führst dein Unternehmen. Wer führt dich?

Autorenbild: Ursula Kübe
Ursula Kübe
14. Aug.
2 Min. Lesezeit

Vor ein paar Jahren hätte ich diese Frage nicht beantworten können. Ich habe funktioniert, für mein Business und für alle, die etwas von mir wollten. Ich selbst stand irgendwo ganz hinten in der Reihe, wenn überhaupt.


Von außen sah das nach Erfolg aus. Das Unternehmen lief, die Familie war versorgt und mein Kalender quoll jeden Tag über. Ich war die Frau, an der alles hängt und die alle für die Starke halten. Und abends war ich leer.


Kennst du das? Du erreichst etwas, worauf andere stolz wären, und spürst es selbst kaum. Du hakst es ab und bist schon bei der nächsten Aufgabe. Stolz auf dich zu sein kommt in deinem Tag nicht vor.


Lange dachte ich, ich müsste mich einfach besser organisieren. Noch ein System und noch etwas mehr Disziplin, dann wäre das Gefühl weg. War es nie.


Irgendwann habe ich gemerkt, dass das Problem tiefer lag. Es steckte in dem Bild, das ich von mir selbst hatte.


Ich war überzeugt, dass ich mein Dasein verdienen muss. Dass ich funktionieren und mich aufgeben muss, damit ich überhaupt in Ordnung bin. Diese Überzeugung war so alt, dass ich sie gar nicht mehr als Überzeugung erkannt habe. Sie fühlte sich einfach an wie die Wahrheit.


Das Tückische daran ist, dass so ein Bild sich selbst am Leben hält. Wer glaubt, er müsse alles allein schaffen, fragt nie nach Hilfe und schafft dann tatsächlich alles allein. Und nimmt das als Beweis, dass es nur so geht. Ich habe mir jahrelang selbst bewiesen, was ich ohnehin schon geglaubt habe.


Mit 51 habe ich angefangen, das zu ändern. Ich habe gegen einigen Widerstand meine Masterarbeit geschrieben und daraus ein Programm entwickelt, das ich in einer Studie überprüft habe. Zwölf Frauen haben zwölf Wochen lang mitgemacht. Danach waren ihre Selbstwirksamkeit und ihr Wohlbefinden messbar höher. Ich hatte den Weg vorher selbst gehen müssen, um zu wissen, dass er funktioniert.


Der Satz, an dem sich für mich alles gedreht hat, ist dieser: Ich muss mein Leben nicht verdienen. Ich darf es bewohnen.


Das klingt klein. Es verändert alles. Wenn dein Wert nicht mehr an deiner nächsten Leistung hängt, darfst du ein Nein aussprechen, ohne dich danach zu rechtfertigen. Du darfst einen Erfolg wirklich fühlen. Du darfst am Wochenende abschalten, ohne dass sofort das schlechte Gewissen anklopft.


Dein Unternehmen führst du längst. Die Frage ist, ob du auch dich führst oder ob ein altes Bild das für dich übernimmt.


Wenn dich diese Frage trifft, nimm Kontakt mit mir auf. Dort schauen wir uns an, wie dieses Bild entsteht und wie du an der Wurzel ansetzt. Genau da, wo noch mehr Disziplin nichts ausrichtet.



 
 
 

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