Wenn Stärke zur Maske wird – die rote Persönlichkeit und das Selbstbild
- Ursula Kübe

- 29. Juni
- 2 Min. Lesezeit
Der rote Persönlichkeitstyp wird häufig mit Eigenschaften wie Durchsetzungsstärke, Zielorientierung und Entscheidungsfreude beschrieben.
Das stimmt.
Doch für mich beginnt genau hier die eigentliche Frage: Warum wirken zwei Menschen mit derselben Persönlichkeit so unterschiedlich?
Verhalten ist sichtbar. Motivation nicht.
Zwei Menschen können:
Beide entscheidungsstark sein.
Beide übernehmen Verantwortung.
Beide führen Teams.
Beide treffen klare Entscheidungen.
Von außen scheint ihr Verhalten nahezu identisch.
Doch ihr Selbstbild kann unterschiedlicher kaum sein.
Der eine handelt aus innerer Sicherheit.
Er muss niemandem etwas beweisen.
Er kann Verantwortung teilen.
Er trifft Entscheidungen aus Klarheit.
Der andere handelt aus einem ganz anderen Antrieb.
Kontrolle gibt ihm Sicherheit.
Loslassen fällt ihm schwer.
Fehler fühlen sich bedrohlich an.
Nicht weil seine Persönlichkeit falsch wäre, sondern weil sein Selbstbild ihn ständig antreibt.
Genau hier beginnt Veränderung
Viele Persönlichkeitsmodelle beschreiben Verhalten.
Das ist hilfreich.
Doch Verhalten allein erklärt nicht, warum Menschen handeln.
Deshalb verbinde ich Persönlichkeit immer mit dem Selbstbild.
Erst dadurch wird verständlich,
warum Führung manchmal Sicherheit ausstrahlt,
warum sie manchmal Druck erzeugt,
warum manche Menschen Verantwortung gerne teilen
und andere glauben, alles allein tragen zu müssen.
Die rote Persönlichkeit ist nicht das Problem
Im Gegenteil.
Sie bringt wertvolle Stärken mit:
Mut
Entscheidungsfreude
Umsetzungsstärke
Orientierung
Die entscheidende Frage lautet nicht: „Bin ich rot?“
Sondern: „Aus welcher inneren Haltung lebe ich meine rote Persönlichkeit?“
Denn genau dort beginnt für mich Selbstführung.
Nicht bei der Persönlichkeit, sondern beim Selbstbild.
Im nächsten Beitrag schauen wir uns an, wie sich dieselbe Frage bei einer gelben Persönlichkeit stellt – und warum Optimismus manchmal Stärke und manchmal Schutzmechanismus sein kann.





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