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Der innere Kritiker – warum wir oft härter mit uns sprechen als mit jedem anderen

  • Autorenbild: Ursula Kübe
    Ursula Kübe
  • 24. Juli
  • 2 Min. Lesezeit

Die meisten Menschen führen jeden Tag unzählige Gespräche.

Mit Kollegen.

Mit Freunden.

Mit der Familie.


Doch das wichtigste Gespräch führen wir mit uns selbst und genau dieses Gespräch entscheidet oft darüber, wie wir uns fühlen, welche Entscheidungen wir treffen und was wir uns zutrauen.


Unsere innere Stimme entsteht nicht zufällig


Viele Menschen glauben, ihre Gedanken seien objektiv.

Doch unsere Gedanken entstehen nicht im luftleeren Raum.

Sie werden geprägt durch Erfahrungen, Rückmeldungen und Überzeugungen, die wir über viele Jahre aufgebaut haben.


Besonders dann, wenn bestimmte Botschaften immer wieder auftauchen.

  • “Du musst dich mehr anstrengen.”

  • “Mach keine Fehler.”

  • “Sei nicht so empfindlich.”

  • “Reiß dich zusammen.”


Mit der Zeit werden diese Sätze zu einem inneren Dialog, nicht, weil sie wahr sind, sondern weil sie vertraut geworden sind.


Der innere Kritiker will uns oft schützen


Der innere Kritiker ist nicht unser Feind.

Aus psychologischer Sicht versucht er häufig, uns vor Enttäuschung, Ablehnung oder Misserfolg zu bewahren.


Er glaubt: “Wenn ich mich selbst streng genug kontrolliere, passiert mir nichts.”


Doch genau dadurch entsteht oft das Gegenteil.

  • Wir zweifeln.

  • Wir vermeiden Risiken.

  • Wir vergleichen uns.

  • Wir glauben, nie gut genug zu sein.


Persönlichkeit bestimmt die Form – das Selbstbild den Inhalt


Hier zeigt sich wieder der Unterschied zwischen Persönlichkeit und Selbstbild.

  • Eine dominante Persönlichkeit kritisiert sich vielleicht dafür, nicht stark genug gewesen zu sein.

  • Eine initiative Persönlichkeit zweifelt daran, ob andere sie mögen.

  • Eine stetige Persönlichkeit macht sich Vorwürfe, wenn sie jemanden enttäuscht hat.

  • Eine analytische Persönlichkeit ärgert sich über jeden kleinen Fehler.


Die Persönlichkeit entscheidet, wie der innere Kritiker spricht.

Das Selbstbild entscheidet, warum er spricht.


Genau deshalb reicht es nicht aus, nur die Persönlichkeit zu verstehen.


Selbstführung beginnt mit einer neuen Frage


Viele Menschen fragen: “Wie werde ich meinen inneren Kritiker los?”


Ich halte eine andere Frage für hilfreicher: “Ist das wirklich meine Stimme – oder spricht dort eine alte Überzeugung?”


Denn genau dort beginnt Veränderung, nicht indem wir gegen uns kämpfen, sondern indem wir lernen, uns selbst mit mehr Klarheit und Verständnis zu begegnen.


Denn Selbstführung bedeutet nicht, keine kritischen Gedanken mehr zu haben.

Selbstführung bedeutet, zu entscheiden, welchen Gedanken wir glauben möchten.




 
 
 
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