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Wann wird aus einer Erfahrung eine Überzeugung?

  • Autorenbild: Ursula Kübe
    Ursula Kübe
  • 22. Juli
  • 2 Min. Lesezeit

Jeder Mensch macht Erfahrungen.

Manche sind schön.

Manche schmerzhaft.

Und viele verschwinden mit der Zeit aus unserer Erinnerung.

Doch einige Erlebnisse hinterlassen Spuren, die weit über den Moment hinausreichen.

Sie prägen unser Selbstbild.


Erlebnisse allein formen uns nicht


Oft glauben wir, dass bestimmte Erfahrungen automatisch bestimmen, wer wir sind.

Doch entscheidend ist nicht nur das Ereignis selbst.

Entscheidend ist die Bedeutung, die wir ihm geben.


Zwei Menschen können dieselbe Situation erleben und völlig unterschiedliche Schlüsse daraus ziehen.

Der eine sieht eine Herausforderung.

Der andere sieht einen Beweis dafür, nicht gut genug zu sein.

Nicht die Erfahrung allein prägt uns, sondern die Geschichte, die wir daraus entwickeln.


Unser Gehirn sucht nach Erklärungen


Schon früh versuchen wir zu verstehen, wie die Welt funktioniert.


Wir beobachten:

  • Wofür werde ich gelobt?

  • Wann werde ich kritisiert?

  • Wann fühle ich mich sicher?

  • Welche Erwartungen werden an mich gestellt?


Aus diesen Beobachtungen entstehen innere Überzeugungen:

  • „Ich muss stark sein.“

  • „Ich darf keine Fehler machen.“

  • „Ich muss leisten, um anerkannt zu werden.“

  • „Ich darf niemanden enttäuschen.“


Diese Sätze entstehen selten bewusst und genau deshalb hinterfragen wir sie oft nicht.


Überzeugungen werden Teil unseres Selbstbildes


Je häufiger sich bestimmte Erfahrungen wiederholen, desto stärker werden die Überzeugungen, die daraus entstehen.

Irgendwann fühlen sie sich nicht mehr wie Gedanken an, sondern wie Tatsachen.

Doch viele dieser Überzeugungen sind keine objektiven Wahrheiten.

Sie sind Interpretationen.

Geschichten, die wir über uns selbst gelernt haben.


Selbstführung beginnt mit einer neuen Frage


Viele Menschen fragen: „Warum bin ich so?“

Die spannendere Frage lautet jedoch: „Welche Erfahrungen haben mich zu diesem Bild von mir selbst geführt?“


Denn erst wenn wir verstehen, welche Überzeugungen uns geprägt haben, können wir entscheiden, welche wir behalten – und welche wir loslassen möchten.


Genau dort beginnt echte Selbstführung.




 
 
 
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