Warum Selbstführung erst sichtbar wird, wenn es schwierig wird
- Ursula Kübe

- 8. Juni
- 2 Min. Lesezeit
Viele Menschen glauben, Selbstführung zeigt sich in guten Zeiten.
Wenn man motiviert ist.
Wenn man klare Ziele hat.
Wenn die Energie stimmt.
Wenn alles nach Plan läuft.
Doch genau dort ist Selbstführung selten die eigentliche Herausforderung.
Denn wenn alles leicht ist, folgen wir oft automatisch dem, was wir ohnehin tun würden.
Die spannende Frage lautet: Was passiert, wenn es schwierig wird?
Wenn Druck entsteht
Jeder Mensch hat Werte.
Jeder Mensch hat Ziele.
Jeder Mensch hat Vorstellungen davon, wie er sein möchte.
Doch unter Druck greifen wir häufig nicht auf unsere Werte zurück, sondern auf unsere Gewohnheiten. Dann reagieren wir automatisch.
Wir werden ungeduldiger.
Kontrollierender.
Härter mit uns selbst oder wir ziehen uns zurück.
Nicht, weil wir es wollen, sondern weil unser System auf Vertrautes zurückgreift.
Genau dort beginnt Selbstführung
Selbstführung bedeutet nicht, immer alles im Griff zu haben.
Sie bedeutet auch nicht, perfekt zu funktionieren.
Selbstführung zeigt sich in den Momenten, in denen wir bewusst bleiben können.
Wenn wir merken:
Ich stehe gerade unter Druck.
Ich reagiere gerade anders als sonst.
Ich bin dabei, in alte Muster zu fallen.
Und genau in diesem Moment entsteht eine Wahl.
Die kleine Lücke macht den Unterschied
Zwischen Reiz und Reaktion liegt oft nur ein kurzer Moment.
Ein Innehalten.
Ein Bewusstwerden.
Eine Entscheidung.
Dieser Moment wirkt klein.
Hat aber große Auswirkungen.
Denn dort entscheidet sich häufig: Handle ich bewusst?
Oder laufe ich auf Autopilot?
Was das mit Impathie zu tun hat
In den letzten Wochen habe ich viel über Impathie nachgedacht.
Über die Fähigkeit, nicht nur andere wahrzunehmen, sondern auch sich selbst.
Je länger ich mich damit beschäftige, desto klarer wird mir: Impathie ist keine nette Ergänzung zur Selbstführung.
Sie ist eine Voraussetzung dafür, denn nur wer sich selbst wahrnimmt, kann sich auch bewusst führen.
Wer nicht merkt, was in ihm gerade passiert, wird zwangsläufig von seinen Mustern geführt.
Die entscheidende Frage
Selbstführung zeigt sich deshalb nicht in den guten Tagen, sondern genau dann, wenn es schwierig wird.
Wenn Druck entsteht.
Wenn Unsicherheit da ist.
Wenn Verantwortung schwer wird.
Denn genau dort entscheidet sich: Folge ich meinen Werten oder nur meinen alten Gewohnheiten - und genau dort beginnt echte Selbstführung.




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