Warum Impathie manchmal bedeutet, sich selbst die Wahrheit zu sagen
- Ursula Kübe

- 3. Juni
- 2 Min. Lesezeit
Wenn Menschen über Selbstfürsorge sprechen, denken viele an Entspannung.
An Pausen.
An Achtsamkeit.
An Dinge, die guttun und all das kann wichtig sein.
Doch manchmal beginnt Selbstfürsorge an einem ganz anderen Punkt.
Nicht mit Freundlichkeit sondern mit Ehrlichkeit.
Die Wahrheit, die wir oft vermeiden
Viele Menschen spüren längst, dass etwas nicht stimmt.
Nicht dramatisch.
Nicht offensichtlich.
Aber deutlich genug.
Sie merken: So wie es gerade läuft, fühlt es sich nicht mehr richtig an und trotzdem machen sie weiter.
Weil die Wahrheit unbequem wäre.
Weil sie Konsequenzen hätte.
Weil sie Veränderungen verlangen würde.
Warum Ehrlichkeit so schwer ist
Ehrlichkeit anderen gegenüber fällt vielen Menschen leichter als Ehrlichkeit sich selbst gegenüber. Denn sich selbst die Wahrheit zu sagen bedeutet oft, etwas anzuerkennen, das wir lange nicht sehen wollten.
Vielleicht:
dass wir erschöpft sind.
dass wir eine Rolle spielen.
dass wir uns ständig anpassen.
dass wir etwas festhalten, das längst nicht mehr passt.
Solange wir diese Dinge nicht aussprechen, können wir weitermachen.
Doch der Preis dafür ist hoch, denn was wir nicht anschauen, steuert uns oft trotzdem.
Impathie ist mehr als Mitgefühl
Je mehr ich mich mit dem Begriff beschäftige, desto mehr glaube ich: Impathie bedeutet nicht nur, freundlich mit sich selbst umzugehen.
Sie bedeutet auch, sich selbst ernst zu nehmen.
Mit allem, was da ist - auch mit dem, was unbequem ist.
Denn echtes Mitgefühl schließt Ehrlichkeit nicht aus.
Im Gegenteil.
Manchmal ist Ehrlichkeit die größte Form von Mitgefühl.
Selbstführung beginnt mit Wahrheit
Viele Menschen versuchen, sich über Disziplin zu führen.
Über Kontrolle.
Über Durchhalten.
Doch nachhaltige Selbstführung beginnt oft viel früher.
Mit einer einfachen Frage: Was weiß ich eigentlich längst über mich – bin aber noch nicht bereit, es auszusprechen?
Vielleicht beginnt genau dort Veränderung, nicht in dem Moment, in dem wir mehr leisten. Sondern in dem Moment, in dem wir aufhören, vor uns selbst wegzuschauen.




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