Kontrolle beginnt selten im Verhalten – sondern im Selbstbild
- Ursula Kübe

- 3. Juli
- 1 Min. Lesezeit
Viele Menschen beschreiben sich als verantwortungsbewusst.
Sie übernehmen Aufgaben.
Treffen Entscheidungen.
Behalten den Überblick.
Das kann eine große Stärke sein.
Doch manchmal lohnt sich eine zweite Frage.
Warum übernehme ich eigentlich alles selbst?
Kontrolle fühlt sich oft richtig an
Menschen, die viel kontrollieren, erleben ihr Verhalten selten als Problem.
Im Gegenteil.
Sie erleben es als Verantwortung.
Als Sorgfalt.
Als Pflichtbewusstsein.
Deshalb bleibt häufig unbemerkt, was darunter liegt.
Nicht die Aufgabe treibt sie an.
Sondern das Bedürfnis nach Sicherheit.
Das Selbstbild entscheidet
Nehmen wir zwei Menschen mit einer dominanten Persönlichkeit.
Beide übernehmen Verantwortung.
Beide treffen Entscheidungen.
Beide handeln schnell.
Doch ihr Selbstbild macht den Unterschied.
Der eine denkt:
“Ich vertraue darauf, dass wir gemeinsam gute Lösungen finden.”
Der andere denkt:
“Wenn ich nicht alles im Blick behalte, geht etwas schief.”
Das Verhalten ähnelt sich.
Die innere Haltung nicht.
Selbstführung beginnt mit einer anderen Frage
Viele fragen sich:
“Wie kann ich lernen, mehr loszulassen?”
Ich würde zuerst etwas anderes fragen:
Was macht Loslassen für mich eigentlich so schwer?
Geht es wirklich um die Aufgabe?
Oder um das Gefühl, das entsteht, wenn ich die Kontrolle abgebe?
Erst wenn wir diese Frage beantworten, beginnt echte Veränderung.
Persönlichkeit ist nicht das Problem
Ich arbeite gerne mit dem AECdisc-Modell, weil es Verhalten verständlich macht.
Doch Persönlichkeit ist für mich nie die ganze Geschichte.
Mich interessiert immer auch das Selbstbild hinter dem Verhalten.
Denn Persönlichkeit beschreibt, wie wir bevorzugt handeln.
Das Selbstbild entscheidet, aus welcher inneren Haltung wir handeln.
Und genau dort beginnt nachhaltige Selbstführung.
Denn Veränderung entsteht nicht, wenn wir unsere Persönlichkeit verändern.
Sie entsteht, wenn wir unser Selbstbild stärken.




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