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Flucht: Warum Vermeidung oft nichts mit Faulheit zu tun hat

  • Autorenbild: Ursula Kübe
    Ursula Kübe
  • 18. Juni
  • 2 Min. Lesezeit

Wenn wir über Stress sprechen, denken viele Menschen zuerst:


  • An Kampf

  • An Druck

  • An Aktion

  • An Menschen, die immer mehr machen.


Doch nicht jeder reagiert auf Belastung so.

Manche Menschen reagieren mit Flucht. Nicht indem sie weglaufen, sondern indem sie vermeiden.


  • Sie schieben Entscheidungen auf.

  • Vermeiden unangenehme Gespräche.

  • Kümmern sich erst um andere Dinge.

  • Beschäftigen sich mit Aufgaben, die gerade leichter erscheinen.


Von außen wirkt das oft wie mangelnde Disziplin oder fehlende Motivation.

Doch meistens steckt etwas anderes dahinter.


Die meisten Menschen vermeiden nicht die Aufgabe

Sie vermeiden das Gefühl, das mit der Aufgabe verbunden ist:


  • Vielleicht ist es Unsicherheit.

  • Die Angst, einen Fehler zu machen.

  • Die Sorge, jemanden zu enttäuschen.

  • Die Befürchtung, dass die Entscheidung die falsche sein könnte.


Die Aufgabe ist selten das eigentliche Problem.

Das Problem ist das Gefühl, das sie auslöst.


Warum sich Vermeidung kurzfristig gut anfühlt


Wer eine unangenehme Entscheidung verschiebt, spürt oft sofort Erleichterung.

Der Druck wird weniger. Zumindest für einen Moment.


Genau deshalb wird Vermeidung so attraktiv.


Nicht weil das Problem gelöst wäre, sondern weil das unangenehme Gefühl kurz verschwindet.


Doch die Entlastung hält nicht lange.


  • Die Aufgabe bleibt.

  • Die Entscheidung wartet.

  • Der Druck wächst weiter im Hintergrund.


Der Kreislauf der Vermeidung


Viele Menschen kennen diesen Ablauf:


Etwas steht an.


Es fühlt sich unangenehm an.


Man verschiebt es.


Spürt Erleichterung.


Und nimmt sich vor, sich später darum zu kümmern.


Doch genau dadurch wird Vermeidung oft zu einem Muster.


Nicht weil Menschen faul sind, sondern weil ihr System gelernt hat: Aufschieben bringt kurzfristig Entlastung.


Der Preis


Vermeidung schützt uns kurzfristig vor unangenehmen Gefühlen.

Langfristig kostet sie jedoch häufig etwas anderes:


  1. Klarheit.

  2. Energie.

  3. Vertrauen in die eigene Handlungsfähigkeit.


Denn jedes Aufschieben sendet eine Botschaft an uns selbst:


“Ich traue mir gerade nicht zu, damit umzugehen.”


Was Selbstführung hier bedeutet


Selbstführung bedeutet nicht, niemals zu vermeiden.

Jeder Mensch kennt solche Momente.


Selbstführung beginnt dort, wo wir erkennen: Was versuche ich gerade wirklich zu vermeiden?

Die Aufgabe?

Oder das Gefühl, das mit ihr verbunden ist?


Denn oft verändert diese Frage alles.

Nicht weil das Problem verschwindet, sondern weil wir beginnen zu verstehen, was in uns passiert und genau dort beginnt bewusste Selbstführung.


Im nächsten Beitrag geht es um die dritte Stressreaktion:


Erstarren


Und warum manche Menschen unter Druck weder kämpfen noch flüchten – sondern scheinbar handlungsunfähig werden.


Stressreaktion Flucht
Warum Vermeidung oft nichts mit Faulheit zu tun hat?

 
 
 

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